Eine Erfolgsstory à la L’Osteria

Unser Kollege Carsten hat es weit gebracht: Vom Assistent der Betriebsleitung in der L’Osteria Rosenheim zum Joint-Venture-Partner mit eigener L’Osteria in Karlsruhe. Seine bisherige Karriere in der Kurzfassung beschreibt er selbst als: „Eine geile Zeit trotz 14 Jahren harter Arbeit.“ Wir haben mal genau nachgefragt und möchten seine Geschichte gerne mit euch teilen.

 

Alles begann in der ersten L‘Osteria in der Pirckheimerstraße in Nürnberg, gegründet von Friedemann Findeis und Klaus Rader. Friedemann stand dort persönlich jeden Abend parat, um der hungrigen Gästeschar Pizza e Pasta nach original italienischem Rezept zu servieren. Ihr Restaurant war stets mehr als voll, die Musik laut und unter den Gästen wurden die Themen des Tages heiß diskutiert. Exakt das richtige Flair für den damals jungen Carsten, der neu in der Stadt war und eine Ausbildung zum Restaurantfachmann in einem nahegelegenen, eher gediegenen Nürnberger Traditionsunternehmen machte. „Die L’Osteria in der Pirckheimerstraße war mein zweites Zuhause. Ein Restaurant ohne steife Etikette – ganz im Gegensatz zu meinem Ausbildungsbetrieb. Eben der Ort, an dem jeden Abend was los war, bzw. wo man immer hingehen konnte und auf bekannte Gesichter traf.“

Carsten entscheidet sich für den Sprung ins kalte Wasser

Mit der Zeit lernte er hier auch den L’Osteria-Gründer Friedemann Findeis persönlich kennen und die beiden freundeten sich an. Dass sich Carsten mehr und mehr mit der L‘Osteria zu identifizieren begann, kommentierten seine Kollegen in der Ausbildung skeptisch mit „Bist du deppert?“, denn die L’Osteria der wilden Junggastronomen in der Pirckheimerstraße wurde von so manchem zu Anfang nicht für ein ernstzunehmendes Geschäftsmodell gehalten. Trotzdem: Carsten sagte ja, als Friedemann ihn Anfang 2002 fragte, ob er in Rosenheim, in der frisch eröffneten zweiten L‘Osteria sein Assistent werden würde.

Mit zarten 23 Jahren und – laut Carsten selbst – „von Tuten und Blasen keine Ahnung“ startete er also in der L’Osteria Rosenheim als Betriebsleitungsassistent, bzw. als die rechte Hand von Friedemann Findeis. Denn die offizielle Position des „Betriebsleitungsassistenten“ gab es damals so noch nicht. Friedemann fuhr morgens in seinem alten Ducato zum Großmarkt, Carsten und der Gemüsehändler seines Vertrauens über Schleichwege nach Italien. Kurz gesagt: Gemeinsam „schmissen sie den Laden“ in Rosenheim. Friedemann, in der Situation jetzt zwei Restaurants in seiner Verantwortung zu haben, war froh, den ehemaligen Stammgast als kompetente Hilfe an seiner Seite zu haben. Carsten wiederum bekam die Chance sich zu beweisen – und das in einem brandneuen Restaurant inklusive rotem Teppich und Vorhang an der Tür, welches ganz im Stil des „Pastis“ in New York, dem Vorbild für das frühe Shopdesign der L’Osteria gestaltet war.

„Plan B“ erweist sich als Glücksgriff für den jungen Betriebsleiter

„Es war schön und anstrengend zugleich. Gefühlt habe ich 70 Stunden die Woche gearbeitet“, sagt Carsten heute über seine Anfangszeit bei L‘Osteria. „Dennoch war es eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte.“ Das restliche Team bestand hauptsächlich aus Italienern und Bulgaren, die zum Teil auch über die ZAV (Zentrale Auslands- und Fachvermittlung) rekrutiert wurden. Diese bunt zusammengewürfelte Truppe zu koordinieren fiel ebenfalls in Carsten’s Aufgabenbereich. Gut für ihn: Führungsqualität bewies er bereits zuvor, denn seiner Ausbildung in der Gastronomie ging eine Karriere als Leutnant der Reserve bei der Bundeswehr voraus, die er jedoch aus gesundheitlichen Gründen beenden musste.

„Nach meinem Ausstieg aus der Bundeswehr wusste ich zuerst nicht weiter – also fing ich mehr auf Wunsch meiner Eltern als aus eigener Intention eine solide klingende Ausbildung zum Restaurantfachmann im Schindlerhof in Nürnberg an. Doch dann fand ich eine neue, für mich sehr attraktive Herausforderung: Die Koordination und Motivation der L’Osteria-Mitarbeiter sowie deren Training“, so Carsten. Nach vier Jahren in Rosenheim folgte 2006 der nächste große Schritt: Er wurde Betriebsleiter in der frisch eröffneten L’Osteria Leopoldstraße in München. Dort baute er ein starkes Team auf und wechselte 2011 zum neu dazugekommenen, zweiten Münchner Standort im Künstlerhaus. Carsten erinnert sich noch genau: „Es war eine schwierige Aufgabe geeignete Personen zur Ergänzung des Managements zu finden – jetzt, da sich plötzlich die weitere Expansion der L‘Osteria abzeichnete. Etwa zu dieser Zeit gründeten wir deshalb auch unsere eigene Trainingsabteilung. So konnten wir bereits bestehende und neue Mitarbeiter für Führungspositionen ausbilden.“

L’Osteria wächst weiter – mit und dank Carsten

Der Anspruch an die eigenen Mitarbeiter, die internen Abläufe und die servierten Speisen war von Beginn an sehr hoch. Die Trainingsabteilung, welche Carsten mit aufbaute, machte es möglich diese Standards in allen Restaurants zuverlässig umzusetzen und legte den Grundstein für das heutige Joint-Venture- und Franchisemodell des Unternehmens. „Wir wollten professioneller werden und haben Leute in den unterschiedlichsten L’Osterien trainiert, bevor sie an ihrem eigentlichen Standort zum Einsatz kamen. So blieben wir trotz der stetig wachsenden Anzahl der Restaurants ein eingeschweißtes Team, in dem jeder jeden kannte“, so Carsten. Auch heute noch bleibt L’Osteria diesem Prinzip treu und hat einen treffenden Begriff für diese Art des Zusammenhalts gefunden: Die L’Osteria FAMIGLIA.

Bis vor Kurzem war Carsten’s Titel offiziell „Loyalty Manager“. Er wurde gerufen, wenn es an einem der inzwischen 64 Standorten Verbesserungspotential gab, bzw. sich das Team erst noch einspielen musste. Auch bei Openings neuer Restaurants half er tatkräftig mit. Jetzt steht für ihn jedoch ein ganz besonders Ereignis bevor: Seine erste eigene L’Osteria wird im Februar 2017 in Karlsruhe eröffnet. Damit einher geht auch ein neues Arbeitsfeld als Joint-Venture-Partner der FR L’Osteria GmbH. Sein Ziel? Sich nach und nach 3-4 Standorte aufbauen und für deren Betreuung den gesamten Erfahrungsschatz der letzten 14 Jahre einfließen lassen. „Jeden Tag im Restaurant um die 1000 Gäste bewirten und in Eigenregie das gemütlich-quirlige Flair der L‘Osteria an neuen Standorten aufleben lassen – was könnte schöner sein?“, so Carsten. Wir wünschen ihm viel Glück und sind gespannt, wie seine persönliche Erfolgsgeschichte weitergeht. Oder wie es Carsten sagen würde: „Ich wünsche es jedem, in seinem Job die Chance zu haben, sich so richtig austoben und etwas erreichen zu können. Denn richtig erfolgreich ist man erst, wenn der Beruf nicht nur ein Mittel zum Geldverdienen, sondern ein Teil deines Lebens ist.“