Wir stellen vor: Unsere Innenarchitektin Caroline Dippold

Seit fast zehn Jahren, begleitet Caroline Dippold als Innenarchitektin die L’Osteria. Ihr Team erweckt in der arbeitsintensiven Phase vor jeder Neueröffnung – der Zeit zwischen der ersten Planung auf dem Papier bis zum letzten Feinschliff – unsere Restaurants zum Leben. Für alle Standorte entwickelt sie dazu ein individuell an die jeweilige Stadt, Lage und Größe der L’Osteria angepasstes Konzept, das später die Grundlage für unser beliebtes, gemütlich-quirliges Ambiente schafft.

 

Ciao Caroline, wie kam es zu der Zusammenarbeit mit L’Osteria?

Ich kenne L’Osteria schon seit der Eröffnung des Standortes in Rosenheim im Jahr 2001. Damals habe ich dort als Studentin nebenbei Pizza und Pasta serviert und mich in die L’Osteria verliebt. Nach meinem Innenarchitektur-Studium folgten dann ein paar Jahre in Italien, doch der Kontakt riss nie ab. Zurück in München ging die Zusammenarbeit los. Mittlerweile habe ich fast 50 Standorte mit geplant und umgesetzt – und es macht als einer der alten Hasen auch immer noch Spaß. Das spricht doch für sich… J

 

Was waren die ersten L’Osteria-Standorte, an denen du und dein Team aktiv geworden seid? Welche Herausforderungen galt es zu meistern?

Mein erstes Projekt war der L’Osteria Freestander in Augsburg. Das war sehr spannend, weil wir auf einer grünen Wiese ein „eigenes Haus“ planen und umsetzen konnten. Im Gegensatz zu einer Innenstadtlage war hier Raum endlich alle gestalterischen Wünsche und operativen Bedürfnisse mit in die Planung einfließen zu lassen. Das war zu diesem Zeitpunkt ein ganz schön großes und arbeitsintensives Vorhaben aber auch eine riesige Chance. Und am Ende ein mega Erfolg! Wir standen gefühlt sechs Monate lang jeden Tag frierend auf der Baustelle und sind vor Stolz fast geplatzt, als wir endlich eröffnet haben. Das war eine tolle Zeit!

 

Wie genau gestaltet sich die Kooperation mit der L’Osteria-Bauabteilung? Wo sind die häufigsten Schnittstellen?

Die Bauabteilung verantwortet unter anderem die technische Leitung und koordiniert viele Gewerke vor Ort. Außerdem kümmern sich die Jungs und Mädels um die ganze Instandhaltung und Renovierung der bestehenden Restaurants. Das ist bei der Standortanzahl mittlerweile eine echte Herausforderung. Gestalterisch überschneiden wir uns eigentlich nicht so häufig. In Sachen Design arbeiten wir direkt mit der Geschäftsleitung zusammen. Aber spätestens in den letzten Tagen der Baustelle, also kurz vor der Eröffnung des Restaurants, steht man wieder gemeinsam auf der Matte und gibt dem Objekt den Feinschliff.

 

Wie lange dauert es ungefähr eine neue L’Osteria einzurichten?

Oh je – das ist ganz unterschiedlich. Wir können sehr schnell entwerfen und umsetzen wenn ein Projekt unter einem großem Zeitdruck steht. Jedoch hat jedes Objekt auch seine eigenen Tücken und Überraschungen, und so mancher Bauantrag braucht leider ein bisschen länger bis er dann mal genehmigt ist. Im Durchschnitt würde ich sagen wir brauchen circa sechs Monate von den ersten Skizzen bis zum tatsächlichen Opening.

 

Hast du ein Lieblingsstück, das du immer wieder gerne ins Spiel bringst?

Es gibt viele Dinge, die ich auch noch nach Jahren gerne einsetze. Unter anderem weil sie mittlerweile einen eigenen Widererkennungswert bei L’Osteria innehaben. Diverse Leuchten oder Tische aber auch einige Wandfliesen und Materialien oder die Industriefenster passen einfach immer. Es sind aber auch die Kleinigkeiten, wie z. B. den von uns entworfenen Kinderwagenparkplatz, den ich nach wie vor gerne sehe.

 

Unsere Restaurants zeichnen sich meistens durch große Fensterfronten und hohe Decken aus. Mit welchen Tricks, bzw. Kunstgriffen schaffst du hier trotzdem eine warme, gemütliche Atmosphäre?

Hier ist die Beleuchtung und Farbgebung ein wichtiges Thema. Übergroße Pendelleuchten, oder auch Raumtrenner und Holzläden entlang der Fensterfronten helfen es gemütlicher zu machen. Wichtig ist, dass der Gast sich nicht wie auf dem „Präsentierteller“ fühlt. Große Gasträume versuchen wir daher auch durch verschiedene Sitzbereiche zu unterteilen.

 

Was sind typische Gestaltungselemente des „Industrial Style“ und welche Einrichtungsgegenstände sorgen bei L’Osteria für italienisches Flair?

Ein sehr unterschätztes Gestaltungselement ist das Licht. Hier setzt die L’Osteria stimmungstechnisch einfach Maßstäbe im Vergleich zu  Wettbewerbern und scheut auch keinerlei Kosten. Klinkerwände, Metrofliesen, eine offene Decke mit sichtbaren Leitungen, diverse Vintagemöbel, Industrieleuchten aus Emaille oder auch die schönen Edison Glühbirnen… Das sind alles die altbekannten Elemente, die man momentan so unter „Vintage/Industrial“ versteht. Ich würde das gar nicht als „italienisches Flair“ bezeichnen – irgendwie gibt es mittlerweile ja fast schon einen eigenes „L’Osteria Flair“, oder nicht?

 

Woher beziehst du die Stühle, Tische und Lampen für L’Osteria? Einige Dinge sind sogar Unikate, richtig?

Ha! Das ist eine Fangfrage, oder?! Das bleibt natürlich ein Geheimnis zwischen L’Osteria und mir…

 

Wo findest du frische Inspiration? Inwieweit beeinflussen dich aktuelle Trends?

Ganz ehrlich? Aktuelle Trends in der Gastrowelt sind für uns eher der Hinweis, dass wir uns etwas Neues einfallen lassen müssen. Wir sehen oft Elemente aus unseren Restaurants in anderen Konzepten kopiert und dann heißt es: Wir brauchen was Neues! Restaurants aus New York, London oder Rom sind auch immer wieder eine Quelle, genauso wie Designzeitschriften oder z. B. die Mailänder Möbelmesse. Aber „Auf Reisen gehen“ ist einfach das beste Hirnfutter.

 

Wir sind neugierig: Wie sieht es bei dir Zuhause aus?

Wie in einem Fuhrpark mit Hindernisparcour! Dafür sorgt mein kleiner Sohn mit einem Dreirad, zwei Laufrädern, einem Roller und einem Schaukelpferd inmitten von Legosteinen und gesammelten Kastanien am Boden, welche übrigens höllisch wehtun, wenn man drauftritt.  Nein, im Ernst: Ziemlich unspektakulär. Eine gemütliche Couch mit Ledertisch; ein großer alter Holztisch mit verschiedenen Stühlen, dazu viele Bilder, Zeichnungen und gesammelte Erinnerungen an den Wänden, gemischt mit ein paar Designklassikern… Was man halt so im Laufe der Zeit alles „sammelt“ und woran mein Herz hängt. Ich kann zu fast jedem Stück eine schöne Erinnerung erzählen – genau das ist für mich „Zuhause“.