Grundwissen zum Thema Wein

…und die Antwort auf die oft gestellte Frage: Schmeckt Wein auch aus schlichten Gläsern?

Blumig, komplex und geschmeidig – diese und ähnliche Adjektive verwenden Weinkenner gerne, um die besonderen Nuancen verschiedener Weine zu beschreiben. Doch was heißt das eigentlich und warum schwenken manche ihr Glas erst einmal ausgiebig vor dem Trinken? Letzteres ist eine der bekannteren Eigenheiten im Umgang mit Wein und dient der Begutachtung der Textur, gefolgt vom Geruchstest, welcher sich den Aromen widmet. Doch für alle, die zwar gerne Wein trinken, aber sich bisher nicht unbedingt weiter mit Önologie – einem Studienbereich der Weinproduktion – beschäftig haben, möchten wir mit der Geschichte anfangen, bevor der Wein in der Flasche, bzw. bei uns auf dem Tisch landet.

Es gibt ganze 16.000 Rebsorten Weltweit. Die gute Nachricht für Ordnungsliebhaber ist: Trotzdem unterscheidet man bei Weinen nur fünf Grundsorten und zwar Rotwein, Weißwein, Roséwein, Schaumwein (z. B. Champagner) und Dessertwein (z. B. Portwein).

Auf dem Etikett jeder Weinflasche finden sich folgende Informationen: Names des Weins, die verwendeten Traubensorten, der Jahrgang, die Herkunft (Land, Winzer/Weingut und Abfüller), die Güteklasse, der Alkoholgehalt, die abgefüllte Menge, die amtliche Prüfungsnummer und evtl. Zusätze (Allergikerinformationen).

Der enthaltene Restzucker lässt sich aus folgenden gängigen Bezeichnungen herauslesen: Trockene Weine (4 – 9 g pro Liter), halbtrockene Weine (12 – 18 g pro Liter), liebliche Weine (18 – 45 g pro Liter) und süße Weine (über 45 g pro Liter). Zudem werden Weine oft auch als „mild“ (süße Weine mit niedrigem Säuregehalt) und „feinherb“ (eine Modebezeichnung für halbtrockene Weine) beschrieben.

Damit sich die Geschmacksaromen eines Weins perfekt entfalten können, spielt auch die Trinktemperatur eine entscheidende Rolle. Für Weißwein sollte sie zwischen 8°C – 14°C liegen, bei Roséwein zwischen 10°C – 14°C und Rotwein kommt bei 12°C – 18°C am besten zur Geltung.

Wichtig ist auch die Farbe, denn für Weinkenner ist Rotwein nicht automatisch rot und Weißwein weiß – vielmehr hellrosa bis blauschwarz und farblos bis gelbbraun. Die Farbe wird bestimmt durch die Rebsorte, die Herstellung und das Alter des Weins. Der Traubensaft wird übrigens zusammen mit den Schalen vergoren, wobei Weißwein nicht nur aus grünen Trauben, bzw. Rotwein nur aus roten Trauben hergestellt wird. Die Mischung macht‘s!

Was den Geruch betrifft gilt der Grundsatz: Wein riecht nicht – Wein duftet. Spaß beiseite: Alles was frisch, nach Obst, Beeren oder Gewürzen riecht deutet auf einen guten Tropfen hin. Ein Odeur von Essig, Kompost oder gar Schwefel lässt dagegen erahnen, dass der Wein umgekippt, bzw. verdorben ist und nicht mehr getrunken werden sollte.

Der Geschmack ist beim Wein – wie vielem anderen auch – Geschmacksache. Schmeckt er ausgewogen, ist das generell gut und geht einher mit der Harmonie aus Frucht und Säure. Beim Rotwein geht es z. B. besonders um das Zusammenspiel von Tannin (pflanzlicher Gerbstoff) und Körper (geschmacklicher Gesamteindruck). Ein süßer Geschmack bei einem trockenen Wein kann übrigens von Glyzerin, einer Art Edelalkohol im Wein, kommen. Ist viel davon enthalten, nennen das Fachleute gerne „Extrasüße“.

Nach dem Geschmack kommt natürlich der Nachgeschmack – auch Abgang genannt. Je länger das Aroma eines Weins angenehm zwischen Zunge und Gaumen, bzw. in der Nase nachhallt, desto mehr spricht das für seine Qualität. Wobei das eher für Rotweine zutrifft und weniger für Weißwein, der kalt genossen an einem heißem Tag mit und ohne Abgang für willkommene Erfrischung sorgt.

Wer jetzt zwar allgemein mehr über Wein weiß, aber immer noch unsicher ist, was er bestellen soll, kann beruhigt sein – denn bei L’Osteria gilt grundsätzlich: Was nicht wirklich lecker ist, kommt bei uns nicht ins Glas! Apropos „Glas“: Unsere offenen Weine servieren wir immer in unseren schlichten Gläsern und die Flaschenweine auf Wunsch mit bauchigen Weingläsern samt Stiel. Das hat den einfachen Grund, dass wir uns als waschechte „Osteria“ im traditionellen Sinn zwar mit reichlich italienischer Leidenschaft dem Essen & Trinken verschrieben haben, aber auf das Chichi der Sterneküche bei einem Essen mit Familie und Freunden gerne verzichten. Wir genießen lieber ungezwungen und ausgiebig inmitten einer lebhaften Runde.

Schmeckt Wein wirklich auch aus schlichten Gläsern? Wir sagen: Naturalmente!

So mancher Weintrinker wird jetzt sagen: Halt! Die Form des Glases ändert sehr wohl die Geschmackswahrnehmung, da der Wein aus einem weit geöffneten Glas anders auf die Zunge trifft. Außerdem kann der Wein im bauchigen Glas besser atmen, d.h. mit Luft in Berührung kommen, was das Aroma verstärkt. So weit so gut. Wir lassen dir als Gast gerne die Wahl, ob du einfach einen guten Wein zum Essen trinken willst, oder dich auf das Geschmackserlebnis Wein mit Hilfe eines Weinglases besonders fokussieren möchtest.

Um die Wogen zwischen den Parteien „Glas mit Stiel“ und „ohne“ zu glätten, sei zum Abschluss gesagt: Egal für welches Glas du dich entscheidest, bei unseren Weinsorten ist für jeden Geschmack etwas dabei!